Bonsaibäume – die Geschichte und der Weg nach Europa
Obwohl der Name “Bonsai” aus dem Japanischem stammt, hat die Geschichte der Bonsaikunst Ihren Anfang im Kaiserreich China. Einer chinesischen Legende zu Folge lebte III Jh. n.C. in China der Zauberer Jiang-Feng, der mit seinen Zauberkräften ganze reale Landschaften mit all Ihren Elementen auf ein kleines Tablett bringen konnte. Genau zu der Zeit der Han-Dynastie in III Jh. entstand die Gartenkunst von Penjing (der Begriff stammt aus der Zeit der Ming-Dynastie), womit die Palastgärten mit malerischen Minilandschaften aus Felsen, Wasserteichen und kleinen Bäumchen gestaltet wurden.
In der Zeit der Tang-Dynastie von VII bis X Jh. erlebte die Gartenkunst in China seinen Aufschwung. Die Natur und die Symbolik, die sich daraus entwickelte, stand in dieser Zeit im Mittelpunkt aller Künste. Aus dieser Periode stammen auch die ersten bekannten Abbildungen, die die Gärten im Penjing Stil darstellen.
Während der Herrschaft der Song-Dynastie (X bis XIII Jh.) erlebten die Gartenkünste von Penjing und Suiseki (die Gartengestaltung ohne Pflanzen mit der Hilfe von kunstvoll geformten Steinen und Kies) ihre Blütezeit. Das aus dieser Epoche stammende Buch Yunlin Shipu umfasst 116 Seiten, die der Beschreibung der Gartengestaltung gewidmet sind.
Zwischen dem XIII und XVII Jh. entstanden unzählige Literaturwerke, die die Kunst von Penjing und die Schönheit der Bonsaibäume besingen. Sehr tiefgreifend beschreibt ein Zitat vom Dichter He-Nian aus der Zeit der Yuan-Dynastie die Philosophie der chinesischen Gartenkunst: “Im Kleinen zugleich das Große” zu erblicken war das Ziel der Miniaturkunstwerke in den Gärten dieser Epoche. Die Bonsaibäume wurden in dieser Zeit als “dreidimensionale Kunstwerke” oder “stumme Gedichte” bezeichnet.
Die ersten Gartenwettbewerbe zwischen den Züchtern der Bonsaibäume fanden in China während der Regierungszeit der Quing-Dynastie statt. Solche Wettbewerbe wurden jährlich organisiert. Durch diese Wettbewerbe bildeten sich die Stilrichtungen auf regionaler Basis heraus, darunter die Shanghai-Schule, die Suzhou-Schule, die Yangzhou-Schule und andere.
Nach Japan kam die Bonsaikunst mit Hilfe buddistischer Mönche im X-XI Jh. In der Edo-Zeit wurde die Kultivierung der Bonsaibäumchen in Japan sehr populär. Die besondere Exemplaren der Bäume mit Mutationen wurden extra aufgehoben und gekreuzt. So entstanden die in der Natur nicht vorkommenden Baumtypen, z.B. im “Oktopus-Stil”. Während der antimonarchischen Unruhen nach der Edo-Zeit wurden die Bonsaibäume als Teil pro-monarchischer Kunst verworfen. Dagegen stand die Zeit der Isolierung, als Reisen nach China verboten wurde: Damals haben Gruppen von japanischen Gelehrten die Bonsaibäume zur Symbol der Freiheit und Kompromisslosigkeit in der Verwirklichung Ihrer Ideale hervorgehoben.
Die Popularisierung der Bonsaibäumchen in Japan fiel in die Meiji-zeit, als diese Pflanzen zur Dekoration der Teehäuser und diversen öffentlichen Plätzen benutzt wurden. So erreichte die Kunst der Bonsai breitere Bevölkerungsschichten. Zum Ende der Meiji-zeit fomten sich die festen Normen der Gartenkunst- und Bonsaigestaltung. Auf dem Feld der Bonsaikunst strebte man in Japan an, „ein Kunstwerk (zu) schaffen, das natürlicher als die Natur selbst ist, wobei stets die Schönheit der Natur als Vorbild dient“ (Quelle: wikipedia.org).
Im Jahr 1867 stellten die Japaner einen Bonsaibaum auf der Weltaustellung in Paris zum ersten mal im Westen vor. Die breite Verbreitung der Bonsaibäume und der asiatischen Gartengestaltung folgte nach dem Zweiten Weltkrieg.